Altlastenmanagement

Nach über 100 Jahren Industriegeschichte ist offensichtlich, dass wirtschaftliche Aktivitäten nicht ohne Konsequenzen für die Umwelt bleiben. Die Verunreinigung von Böden und Grundwasser durch Schadstoffe ist ein weit verbreitetes Problem nicht nur in stark industrialisierten Regionen. Dass alte Lasten, werden sie entdeckt, zu Altlasten werden, die einer strukturierten Untersuchung und Sanierung bedürfen, ist in Deutschland spätestens seit Mitte der 80er Jahre bekannt. Damit diese potenziell kontaminierten Liegenschaften (Altstandorte) oder Altdeponien (Altablagerungen) keine unliebsamen Überraschungen darstellen oder in Vergessenheit geraten, wurden in sämtlichen Bundesländern Altlastenkataster etabliert. Diese stellen eine grundlegende Informationsbasis bei der Bauleitplanung und im privaten Grundstücksverkehr zur Verfügung. Die kontinuierlich aktualisierten Kataster liefern dabei rechtssichere Informationen für Städte, Gemeinden und Investoren und schaffen Planungssicherkeit bei Bauprojekten.

Die Altlastenbearbeitung in Deutschland folgt einem Stufenkonzept, das sich sowohl im behördlichen Vollzug als auch in der Praxis bewährt hat. Auf der Grundlage vorhandener Informationen und gezielter Untersuchungen wird einem Altlastverdacht sukzessive nachgegangen. Die behördliche Feststellung einer Altlast erfolgt in der Regel im Ergebnis einer abschließenden Gefährdungsabschätzung. In der Folge schliessen sich gezielte Massnahmen zur Gefahrenabwehr und technische Sanierungsmassnahmen an.

In Baden-Württemberg werden Altlasten seit Beginn der 90er Jahre flächendeckend erfasst. Im Bodenschutz- und Altlastenkataster (BAK) werden durch die Umweltämter der kreisfreien Städte und Landkreise systematisch altlastverdächtige Flächen und Altlasten sowie sogenannte schädliche Bodenveränderungen gespeichert. Seit dem Beginn der Altlastenbearbeitung wurden im Zuge der historischen Erhebungen und der aktuell laufenden Fortschreibungen der Altlastenerfassungen insgesamt rund 97.000 Flächen identifiziert von denen etwa die Hälfte wegen mangelnder Relevanz nicht weiter bearbeitet werden.

Grundlage für Massnahmen zur Ermittlung und Sanierung von Altlasten sind das Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und Altlasten (Bundes-Bodenschutzgesetz – BBodSchG) und die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV). Vorrangiges Ziel einer Altlastensanierung ist die Gefahrenabwehr. Damit ergeben sich allerdings ökologische Konzessionen an einen nachhaltigen Bodenschutz und Grundwasserschutz, denn mit Maßnahmen zur Gefahrenabwehr kann der ursprüngliche Zustand dieser natürlichen Ressourcen nicht wiederhergestellt werden. Nachhaltiger Boden- und Grundwasserschutz lässt sich allein durch Vorsorge oder Prävention erreichen.

 

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